Regionalforum Frankfurt – HuGH zu Gast bei Podiumsveranstaltung

Am 8. Juli 2021 fand im Ignatz-Bubis-Gemeindezentrum das Regionalforum Frankfurt zum Thema “Jüdische Vielfalt in Deutschland” statt, zu dem auch unsere Landessprecherin Christiane Friedrich persönlich von den Veranstaltern, dem Verein „Deutsche Gesellschaft e. V.“ sowie der Jüdischen Gemeinde Frankfurt eingeladen wurde.

In drei spannenden Podiumsdiskussionen wurde zunächst das jüdische Leben speziell in Frankfurt diskutiert. Zum zweiten tauschte man sich über Beispiele antisemitischer und rassistischer Tendenzen sowie Homophobie in Sportvereinen aus, und wie man sich dem speziell im Sport entgegen stellen kann. Abschließend gab es eine Diskussionsrunde zum Thema, wie und warum eine Zukunft des – auch kollektiven – Erinnerns genauso wichtig sind, wie Gespräche mit Zeitzeugen.

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Podiumsgespräch mit PD Dr. Tobias Freimüller, Cornelia Maimon-Levi und Sara Soussan

Besonders die zweite Podiumsdiskussion mit Peter Fischer (Präsident von Eintracht Frankfurt e. V.), Alon Meyer (Präsident von MAKKABI Deutschland e. V.) und Ricarda Theiss (Beraterin bei OFEK e. V.), war kontrovers, zumal von Frau Theiss deutlich aufgezeigt wurde, dass Bekenntnisse und alle gutgemeinten Projekte nicht ausschließen können, dass judenfeindliche Äußerungen und Handlungen auf den Spielfeldern und im sportlichen Kontext auftreten. Gerade junge Menschen müssen Gehör finden, wenn sie von Beleidigungen, körperlicher und seelischer Gewalt betroffen sind. Und dies erscheint uns Humanisten nicht nur in Kontext Antisemitismus wichtig. Jedwede Diskriminierung und Anfeindung muss klar benannt und verurteilt werden. Jede und jeder hat die gleichen Rechte auf Menschenwürde und Respekt. Wir alle können dazu beitragen!

Und sei es nur, Gesprächspartner*innen unmittelbar darauf anzusprechen und hinzuweisen, wenn diskriminierende oder auch nur mit Vorurteilen behaftete Äußerungen getroffen werden. So geschehen, ausgerechnet während diesem doch sehr gut ausgerichteten Regionalforum. Es löst schon ein gelindes Befremden aus, wenn gerade bei solch einer Veranstaltung Äußerungen fallen, wie “Menschen mit Migrationshintergrund sind doch nicht in der Lage, gendergerechte Sprache zu lesen, geschweige den zu verstehen. Deshalb mache ich es in meinen Flyern nicht!” – so in einem Pausengespräch von einem Direktor eines kulturellen Museums in Frankfurt geäußert. Oder wenn während einer der Podiumsdiskussionen – zwar mit anschließender Relativierung – die Nachbarstadt lächerlich gemacht wird. Sicherlich mögen manchem diese beide Beispiele jetzt kleinkariert erscheinen, aber gerade Menschen des öffentlichen Lebens sollten doch lieber positive Beispiele geben. “Es gibt also noch immer viel zu tun und ich bin zugleich dankbar für die Einladung und die vielen, natürlich auch guten Wortbeiträge sowie beflügelnde Gespräche zwischen den moderierten Beiträgen”, so Christiane Friedrich.