Grundsatzerklärung

Die Humanistische Gemeinschaft Hessen geht davon aus, dass es bei allen Erkenntnissen über Natur, Mensch und Gesellschaft keine letzten Gewissheiten gibt und dass Antworten auf Fragen der Lebensführung stets auch sozial und weltanschaulich bestimmt sein müssen. Humanistische Lebensauffassungen werden im Dialog der Meinungen erarbeitet. In diesem Zusammenhang bekennt sich die Humanistische Gemeinschaft Hessen zu einer rational und säkular begründeten Ethik, die unabdingbar folgendes umfasst:

Natur
Das Eigenrecht der Natur ist nicht primär in Relation zum Nutzen für den Menschen zu verstehen. Wir erkennen unsere Umwelt (belebte und unbelebte Natur) als Mitwelt an.

Individualität
Der unaufhebbare Ausgangspunkt ist das einmalige, nicht wiederholbare menschliche Individuum. Die Humanisten Hessen wenden sich gegen Diskriminierung wie z.B. auf Grund von Behinderungen, der ethnischen Abstammung, der Geschlechtszugehörigkeit, des Alters, der nationalen und sozialen Herkunft oder der sexuellen Orientierung.

Selbstbestimmtheit
Alle Menschen haben das gleiche Recht und den gleichen Anspruch auf die gleiche Freiheit, ihr Leben selbst zu bestimmen und zwischen verschiedenen Lebensauffassungen zu wählen. Menschliche Selbstbestimmung ist immer die Entfaltung persönlicher Freiheit in sozialer Verantwortung. Zur Selbstbestimmung gehört ebenso das Bewusstsein der Grenzen menschlichen Wissens und die Fähigkeit zu einer entsprechenden Selbstbeschränkung.

Weltlichkeit
Die Humanisten Hessen gewinnen ihre Ansichten ohne Bezugnahme auf einen Gott oder auf metaphysische Instanzen. Sie brauchen kein “höheres Wesen” als eine von Menschen geschaffene Instanz des Trostes, der Liebe, der Hoffnung, der Bestrafung oder des Ansporns.

Solidarität
Die Humanisten Hessen verstehen es als Aufgabe, Menschen zu einem toleranten, solidarischen und verantwortlichen Verhalten zu befähigen und die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass in allen Lebensbereichen verantwortliche Selbstbestimmung möglich wird.

Kritik
Die Humanistische Gemeinschaft Hessen fördert den konstruktiven und friedlichen Austausch der Ideen. Sie stehen Formen des Dogmatismus kritisch gegenüber und vertreten keine “Wahrheiten”, die sich jeder Diskussion und kritischen Überprüfung entziehen. Zu dieser Kritikbereitschaft gehört untrennbar auch Selbstkritik. Sie ist Voraussetzung jeder Kritik an anderen und anderem.

Gemeinsame Grundlage ist das Humanistische Selbstverständnis des Dachverbandes Freier Weltanschauungsgemeinschaften (DFW) und des Humanistischen Verbandes Deutschlands e.V. (HVD-Bundverband) in seiner aktuellen Fassung.

Die Humanistische Gemeinschaft Hessen ist parteipolitisch neutral und vertritt auch die Interessen konfessionsfreier Menschen. Sie tritt ein für eine positive wie negative Religionsfreiheit sowie für eine demokratische und pluralistische Gesellschaftsordnung, in der die Weltanschauungs-, Religions- und Kultusgemeinschaften gleichberechtigt, getrennt vom Staat, die Interessen ihrer Anhängerschaft wahrnehmen können.