Jugendfeier

Nicht mehr Kind, aber ebenso noch nicht erwachsen. Junge Menschen in der Blüte ihrer Jugend und der Pubertät stecken in einer Zeit voller Veränderung und neuer Ideen. Sie haben den Wunsch, Dinge ändern zu wollen, von Erwachsenen ernst genommen zu werden und vieles mehr. Es ist gewissermaßen ein Spagat zwischen Realität und Träumen – zwischen Verunsicherung und Sehnsucht.

Im Alter von etwa 14 Jahren wird so weltweit nach den verschiedensten Bräuchen das Erwachsenwerden der Jugendlichen zelebriert. Überwiegen hierzulande bei den Altersgenossen die christlich-konfessionellen Konfirmationen und Firmungen ist es ein Privileg für die Teilnehmer einer humanistischen Jugendfeier, sich ihre Weltanschauung selbst erarbeiten zu können. Dieses Recht haben die Jugendlichen ihren Eltern zu verdanken, die sie eben bewusst gegen die vorherrschenden gesellschaftlich-religiösen Konventionen erzogen haben. Diese Aspekte mit Hilfe der Jugendfeier in einen zeremoniellen Rahmen zu kleiden, ist eine wichtige Funktion dieses weltlichen Übergangsrituals und eine attraktive Alternative zu den Großkirchen.JF3 300x300 - Jugendfeier

Aus dem Vorbereitungsprogramm wählen sich die Jugendlichen auch ihre ganz persönlichen Themen aus, die wir dann bis zur Jugendfeier in der Gruppe behandeln und gemeinsam erleben. Nach den Sommerferien geht es dann mit Einstiegsveranstaltungen und Tagesseminaren los.  Ein wichtiger und beliebter Bestandteil der Vorbereitungszeit sind immer die gemeinsamen Wochenenden oder auch der ein oder andere Ausflug.

Die Festveranstaltung bildet den Höhepunkt und den Abschluss. Es ist der Tag der Jugendlichen, an dem selbstverständlich Eltern, Verwandte und Gäste der Familie teilhaben. Auf eine ebenso unterhaltsame wie zum Nachdenken anregende Weise spiegeln sich während des Festes wichtige Positionen des Humanismus wider, es kommt das partnerschaftliche Miteinander verschiedener Generationen in der Verantwortung für sich selbst, die Familie und die Gesellschaft zum Ausdruck.

Die Jugendfeier ist keine Unterweisung in Form einer „Weihe“, die mit einem Gelöbnis oder in anderer Form kollektive Bekenntnisse zu einem Staat, einem Glauben oder einer Ideologie fordert. Sie versteht sich vielmehr als ein Orientierungsangebot, das hilft, politische Kultur, humanen Umgang mit Menschen und deren Problemen sowie kreative, selbstbestimmte Lebensgestaltung zu entwickeln. Um das zu verdeutlichen, verwenden wir bewusst nicht den historisch belasteten Namen Jugendweihe.

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