Zum Nachhören und -lesen: Der Radiobeitrag auf hr1

Am 29. März war unsere Landessprecherin Christiane Friedrich in einem kurzen Interview auf hr1 zu hören. In der Sendung “hr1 am Sonntagmorgen” ging es um das Thema Unsicherheit, speziell in Zeiten wie der aktuellen Corona-Krise.

“Kann uns der Glauben helfen?
Viele Menschen suchen in der Not Halt im Glauben. Gottesdienste, Andachten und spirituelle Texte finden im Internet großen Zulauf. Doch welchen Halt kann uns die Religion eigentlich anbieten? Hilft das Gebet gegen die Angst vor dem Virus? Das fragen wir den Frankfurter Kapuzinerbruder Paulus Terwitte. Und was ist mit den Menschen, die nicht glauben können oder wollen? Was stärkt Menschen jenseits der Religion? Wie können Verstand und Aufklärung ermutigen? Das fragen wir Christiane Friedrich, Landessprecherin der Humanistischen Gemeinschaft in Hessen.

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Interview mit Lothar Bauerochse (Hessischer Rundfunk) und unserer Landessprecherin Christiane Friedrich zum Thema: Leben in unsicherer Zeit – das Krisenpäckchen packen, gesendet am 29.3.2020 in HR1

L. B.: „Wenn das Leben von jetzt auf gleich so komplett anders wird, wie wir das derzeit erleben, dann löst das bei vielen Menschen Angst und Unsicherheit aus. Nichts ist, wie es war. Vieles, worauf wir uns bisher verlassen konnten, die ganz normale Alltagsroutine, all das ist plötzlich weggebrochen. Was kann in einer solchen Zeit Zuversicht und Mut vermitteln? Für manche ist es die Religion, der Glaube. Aber durchaus nicht für jeden. Christiane Friedrich ist Landessprecherin der Humanistischen Gemeinschaft Hessen. Frau Friedrich, welche Fragen, welche Sorgen begegnen Ihnen denn in dieser unsicheren Zeit?“

C. F.: „Na ich denke, die gleichen Fragen, die auch bei anderen Institutionen auftreten. Wie kann ich mich schützen vor dem Virus? Wie sieht es mit den Maßnahmen der Regierung aus? Aber natürlich auch ganz existentielle Fragen, wie Z.B. Was ist mit meinen Kindern, meinen Eltern? Was ist mit meinem Job? Und natürlich auch Fragen, die meinen direkten Dienstbereich betreffen: Fragen wie: Was ist mit Hochzeiten und Lebensfeiern? Was mit Trauerfeiern? Finden die noch statt, und wenn ja, in welchem Rahmen? Auch diese Fragen sind für die Betroffenen wichtige und gehören beantwortet.“

L. B.: „Was kann denn aus Ihrer Sicht in dieser Zeit Zuversicht vermitteln? Woran kann man sich halten?“

C. F.: „Ich ziehe meine Zuversicht zum einen aus meinem häuslichen Miteinander. Aber auch aus telefonischen und E-Mail-Kontakten mit meiner Familie und meinen Freunden. Natürlich fällt auch mir ab und an die Decke auf den Kopf; ich bin ein Mensch, der davon lebt, Kontakt mit anderen zu haben, sich auszutauschen. Das passiert halt jetzt via Telefon, manchmal sogar via Skype oder Telefonkonferenz. Wichtig ist, nicht nur auf Kontakt von anderen zu warten, sondern selbst einfach mal tätig zu werden. Ansonsten hilft Musik – nicht umsonst gehen in immer mehr Ländern Menschen an ihre Fenster und Balkone und musizieren für sich und für und mit anderen. Und eine große Zuversicht schenkt mir auch der Gedanke, dass die Wissenschaftler einen Weg finden werden, dieses Virus zu bekämpfen und zumindest die Symptome zu lindern.

L. B.: „Viele sagen, diese Zeit ist ein Anlass, noch mal darüber nachzudenken, was im Leben eigentlich wirklich wichtig ist. Brauchen wir eine neue Sicht auf das Leben? Müssen wir vielleicht auch „Sicherheit“ im Leben noch mal neu und anders entdecken, damit wir in Zukunft Krisen meistern können?

C. F.: „Vielleicht sollten wir alle uns mehr auf das heute besinnen. Wir alle schieben Dinge, die uns unangenehm erscheinen auf. Das ist im Kleinen so, aber auch im Großen. Dabei stehen fast immer die eigenen Befindlichkeiten, das eigene Wohlergehen im Vordergrund. Auch hier, im Kleinen, bei mir und im Großen bei den Staaten, den Regierungen. Es geht um wirtschaftliche Interessen, es geht um Geld und Macht. Da scheint es schon menschenverachtend, wenn ein Staatschef verlangt, dass „ein möglicher Impfstoff exklusiv für sein Land zur Verfügung gestellt würde.“  Aber das Hamstern von Lebensmitteln oder anderen Dingen ist nichts anderes. Ich, Ich, Ich – heißt es da. Ich meine, wir müssen uns auf ein Wir besinnen. Auf ein miteinander. Ohne das Miteinander, die helfenden Hände, ein Wir, werden wir diese Krise lange nicht besiegen können. Dabei ist es völlig egal, ob wir Muslime, Christen, Juden, Hindus oder Buddhisten sind, ob wir an einen Gott oder Götter glauben oder wie wir Humanisten eben nicht. Wir dürfen uns nicht auf einen Heilsbringer verlassen, wir dürfen nicht nur auf andere hoffen, sondern müssen selbst tätig werden und uns auf unsere guten Stärken besinnen.

L. B.: „Was gibt Zuversicht und Halt in unsicheren Zeiten? Darüber sprach ich mit Christiane Friedrich, Landessprecherin der Humanistischen Gemeinschaft Hessen.

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