Auszeichnung für Engagement gegen Rechts

Wir folgten der Einladung zur Verleihung des Georg-August-Zinn-Preises am 16. November 2021 im Hessischen Landtag, wo die Stadt Hanau für ihr Engagement gegen Rechtsextremismus geehrt wurde. Die Hanauer Stadtgesellschaft und Stadtpolitik haben nach dem rassistischen Terroranschlag vom 19. Februar 2020 Vorbildliches geleistet, um ein gemeinschaftliches Engagement für Respekt, Toleranz und Zivilcourage zu erreichen. Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky, der alles unternommen hat, um den Familien der Anschlagsopfer zu helfen, nahm den Preis entgegen.

Manfred Gilberg und Elke Suchanek vertraten unsere Gemeinschaft bei diesem besonderen Anlass und konnten hören, wie Hanau nach der abscheulichen Tat zusammenstand. Die Worte des Vertreters der Opferfamilien, Armin Kurtovic, erschütterten und berührten uns, zeigten sie doch den unendlichen Schmerz, aber auch die Hoffnung für die Zukunft. So soll der mit 5.000 € dotierte Georg-August-Zinn-Preis in Projekte fließen, die sich für Bildung und gesellschaftlichen Zusammenhalt stark machen. Durch unsere Teilnahme an der Veranstaltung, die vom Streichquartett der Wiesbadener Musikakademie musikalisch begleitet wurde, zeigten auch wir unsere Ehrerbietung und brachten zum Ausdruck, dass sich das Gift des Hasses nicht verbreiten darf.

In unserer Erklärung zu den Morden in Hanau vom 20.02.2020 hieß es: „Wir als Humanistische Gemeinschaft werden uns immer öffentlich gegen rechtsradikale und rassistische Tendenzen in unserer Gesellschaft positionieren. Wir möchten dabei mitwirken, den Menschen Mut zu machen und sich gegen Rassismus zu stellen. Es ist in Zeiten wie diesen unabdingbar, sich klar gegen wie auch immer gearteten Extremismus auszusprechen und diesem entgegen zu treten und zu wirken. Denn Schweigen und Zusehen sind auf Dauer mindestens genauso gefährlich wie Taten selbst.“

Bleibt zu hoffen, dass die weiterhin gebotene lückenlose Aufklärung und Aufarbeitung Antworten auf noch offene Fragen gibt. Das ist unser Staat den Angehörigen und der Öffentlichkeit schuldig.

Der Georg-August-Zinn-Preis der hessischen Sozialdemokratie zur Förderung von Rechtstaatlichkeit, Demokratie und sozialem Zusammenhalt in Hessen wird in der Regel alle zwei Jahre verliehen und erinnert an den bedeutenden hessischen Ministerpräsidenten, der von 1950 bis 1969 die Geschicke unseres Bundeslandes leitete. In die Amtszeit von Georg August Zinn fällt im Übrigen auch die Anerkennung der Körperschaftsrechte für unsere Landesgemeinschaft und die Wiesbadener Gemeinde in den Jahren 1951 und 1957.

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